Chill-out-Container für das deutsche Segelteam 2008
01.04.2008

KIEL. Schick sieht er aus – und lädt zum Verweilen ein, der neue Chill-out-Container für das deutsche Segelteam 2008. Es war kein Aprilscherz, sondern wahrlich ein Platz zum Wohlfühlen, der am 1. April in Kiel vorgestellt wurde. Nach einem Reportage-Termin, den Jan und Hannes Peckolt am Montag noch mit der Yacht-Redaktion auf Mallorca absolviert hatten, ging es für den Vorschoter am Abend zurück nach Deutschland, um sein „Wohnzimmer für die Spiele“ schon mal persönlich in Augenschein zu nehmen, bevor am Mittwoch der Materialcontainer für China zu packen ist.

„Das ist ein tolles Angebot, ich bin begeistert. Erstaunlich, dass in einem nüchternen Stahlcontainer eine so gemütliche Atmosphäre entstanden ist. Wir werden bestimmt sehr viel Zeit darin verbringen“, war Hannes Peckolt begeistert. Gedacht ist der Container als Rückzugs- und Entspannungsraum für die deutschen Seglerinnen und Segler vor und während der Olympischen Spiele im August in Qingdao/China. Denn schon beim Training im Juni und Juli, wenn auch die Peckolts vor Ort sind, wird dort ein feucht-heißes Klima erwartet, oft mit schwachen Winden, das zu langen Startverschiebungen führt.



In „ihrem“ Teamcontainer sollen die Aktiven sich vor Ort bei angenehmen Bedingungen aufhalten, relaxen und auf die nächste Wettfahrt konzentrieren können, ohne in der schwülen Hitze unnötig auszumergeln. Bei den vorolympischen Regatten hatten sie schon einen Vorgeschmack bekommen: „Qingdao ist klimatisch schon sehr speziell. Wir schwitzen da durch die extreme Luftfeuchtigkeit enorm. Ein kühles Wohnzimmer ist wirklich wichtig“.



 

Der Hamburger OSA-Vorsitzende Achim Griese, selbst 1984 Silbermedaillengewinner im Starboot, lobte in Kiel: „Die öffentlichen Mittel sind knapp. Daher ist die privatwirtschaftliche Unterstützung mit diesem Container eine großartige Sache.“ Auch DSV-Präsident Rolf Bähr (Berlin) begrüßte die Leihgabe: „Der Dank gilt Michael Illbruck, dass er so etwas realisiert. Heutzutage geht es nur mit der Hilfe von Sponsoren. Und dies ist eine wirklich gute, kühle Idee und für die Aktiven sehr wertvoll.“

 

Der Innenraum ist komplett, dass heißt sowohl an den Wänden, als auch an der Decke und am Boden durch eine zehn Zentimeter dicke Dämmschicht isoliert. Nur so ist die leistungsstarke, elektronisch geregelte Klimaanlage auch effektiv und garantiert im Chill-out-Container Erfrischung für erhitzte Segler. Ein spezieller Klimahimmel aus Trampolinmaterial wurde mit den Klassenzeichen aller olympischen Boote 2008 bedruckt und sorgt für eine angenehme Luftzirkulation, statt eines lästigen „AirCon-Föns“. Sogar das indirekte, zu dimmende Licht wurde für möglichst wenig Wärmeentwicklung konzipiert.

 

Eine gemütliche Lounge-Ecke mit großem Flachbildschirm bietet nicht nur verschiedene multimediale Unterhaltungsmöglichkeiten, sondern soll vor allem auch für die Auswertung der Trainingsvideos dienen. Im hinteren, abgetrennten Bereich des Containers befinden sich drei komfortable Betten zum Relaxen für die Segler. Und in eine kleine Pantryzeile sind für die Grundversorgung eine Espressomaschine, ein Kühl- und Gefrierschrank sowie ein Spülbecken eingebaut.



 

Der vom pinta racing team zur Verfügung gestellte 40-Fuß-Container wurde von der Kieler Fachfirma „Camper-Mobil“ eingerichtet. Am 17. April geht er auf die Reise nach China. Den 49er, den die Brüder bei den Olympischen Spielen segeln wollen, wird der Vorschoter bereits am Mittwoch (2. April) in Kiel-Schilksee verladen und mit der sonstigen Ausrüstung auf den Weg zu den Spielen bringen.


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