Durchwachsene, aber lehrreiche Bilanz
25.04.2008

HYÈRES. Mit einem sechsten Platz im finalen Medaillenrennen und Rang neun insgesamt ging am Freitag (25. April) im südfranzösischen Hyères für Jan und Hannes Peckolt aus Hamburg und Kiel die internationale Segelregatta Semaine Olympique Francaise zu Ende. Die Brüder vom T-Systems Team 2008 zogen nach einer Woche eine durchwachsene, aber lehrreiche Bilanz. Sie hatten den Wettkampf zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele genutzt, deren Segelwettbewerbe im August in Qingdao/China ausgetragen werden.

Für die Peckolts war das spannende Medalrace am Start schon fast gelaufen, als die vorfahrtberechtigten Franzosen Emmanuel Dyen/Yann Rocherieux an der Ankerleine der Starttonne hängen blieben und so den Weg für die Deutschen versperrten. „Obwohl wir da gleich ziemlich abgestellt waren, haben wir uns hinterher noch einigermaßen erholt“, meinte der Steuermann. Allerdings war er mit der eigenen Leistung sowie mit der Materialzusammenstellung ebenso wie sein Vorschoter nur halbwegs zufrieden. „Unser taktischer Plan passte nicht immer zum vorherrschenden Windmuster“, sagte Hannes Peckolt, „aber auch Mast und Segel fuhren hier mal gut und mal weniger schnell.“

Trotzdem hätten sie beinahe noch die Silbermedaillengewinner von Athen 2004, Rodion Luka und George Leonchuk aus der Ukraine, auf Gesamtplatz acht abgefangen. Noch knapper ging der Kampf um „Gold“ aus. Die Europameister Iker Martinez und Xaber Fernandez aus Spanien obsiegten gegen die punktgleichen Sparringspartner der Peckolts, Tim Wadlow und Chris Rast aus den USA, nur aufgrund der besseren Medalraceplatzierung. „Wir haben mit Tim und Chris unser Vorbereitungsprogramm auf die Spiele vorangetrieben“, so Jan Peckolt, „das war für uns das Wichtigste.“ Die Feinanalyse folge noch in den nächsten Tagen.

Auf dem Heimweg wollen sich die Skiffsegler noch „die Seele freistrampeln und die Beine ein bisschen quälen“. Bei Aix-en-Provence stoppen sie und steigen aufs Rennrad. „Wir gehen in die Bergwertung“, so Hannes Peckolt, „wir klettern den Mont Ventoux hinauf.“ Der 2000er gilt bei Radsportlern als Höchstschwierigkeit. Die Segler tanken dort Kondition. „Da wollen wir nochmal richtig Gas geben, aber dann freuen wir uns auf einen Besuch bei unserer Familie und anschließend auf das eigene Zuhause, um vor den nächsten Aufgaben einmal durchzuatmen.“

Vor der Abreise gratulierten die Peckolts noch den Tornadomannschaften, die in Hyères eine spannende Olympiaausscheidung segelten. Dabei setzte sich das T-Systems Team 2008 mit Johannes Polgar und Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) gegen die Brüder Tino und Nico Mittelmeier aus Überlingen durch. „Beide Crews hätten die Fahrkarten nach China verdient gehabt“, so die 49er-Segler, „aber da Segeln ja als Mannschaftssport gilt, gibt es pro Nation nur einen Startplatz. Wir sind heilfroh, dass uns das erspart geblieben ist.“ Jan und Hannes Peckolt hatten in ihrer Klasse als Einzige die nationalen Qualifikationskriterien erfüllt.


Endergebnis der
40. Semaine Olympique Francaise
in Hyères/Frankreich
49er

1. Iker Martinez/Xabier Fernandez (Spanien) 50 Punkte

2. Tim Wadlow/Chris Rast (USA) 50

3. Frederico und Arturo Alonso (Spanien) 58

4. Dave Evans/Simon Hiscocks (Großbritannien) 69

5. Pietro und Gianfranca Sibello (Italien) 76

6. André Fonseca/Rodrigo Duarte (Brasilien) 76

7. Jonas Warrer/Martin Kirketerp (Dänemark) 78

8. Rodion Luka/George Leonchuk (Ukraine) 80

9. Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) 81

10. Emmanuel Dyen/Yann Rocherieux (Frankreich) 85


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