Erstes Olympiatraining: Qingdao at its best!
04.06.2008

QINGDAO. Gut zwei Monate vor Eröffnung der XXIX. Olympischen Spiele testen Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) als erste deutsche Crew bereits das Olympiarevier vor der chinesischen Hafenstadt Qingdao. Dazu hat die 49er-Mannschaft vom T-Systems Team 2008 inzwischen auch „offiziell“ allen Grund. Denn nachdem die Qualifikation längst geschafft war, wurden die Brüder nun vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Teilnahme in der deutschen Olympiamannschaft auch nominiert.


„Das war zwar nur noch eine Formsache“, meinte Hannes Peckolt, „aber wenn dem ersten Olympiaeinsatz in einer Sportlerkarriere wirklich nichts mehr im Wege steht, ist das schon ein erhebendes Gefühl.“ Schließlich hatten sie für diese Gewissheit schon viele Jahre trainiert, zuletzt als Vollzeitsegler mit Parksemestern im Studium. Und bis zum ersten Startschuss, der für die Skiffs am 10. August fallen soll, werden die Peckolts weiter so konzentriert arbeiten.

 

Der Aufenthalt am Gelben Meer begann für die Norddeutschen zunächst im wahrsten Sinne des Wortes nebulös. Die Sicht war so schlecht, dass sie aus dem 22. Stock ihres Hotelzimmers rein gar nichts sehen konnten. Jan Peckolt: „Es war wie in einer Wolke“. Diese Wetterlage hatte offenbar auch den Transportlogistikern einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn etliche Materialcontainer aus Deutschland hatten Verspätung, teils mehrere Tage.

 

„Von uns ist immer noch nicht alles vor Ort“, berichtete der Vorschoter, „es fehlt noch ein neuer Mast und Segel.“ Dadurch müsse die geplante Festlegung der Materialkombination für Olympia auf das nächste Training im Juli verschoben werden. „Wir hätten das gerne schon abgehakt, aber wir müssen auf widrige Umstände flexibel reagieren.“

 

Dafür seien die Segelbedingungen schon fünf Tage nacheinander ideal gewesen, nachdem sich der Nebel gelichtet hatte. Sogar bis zu Windstärke sechs gab es auf dem potentiellen Leichtwindrevier. „Dabei war oft gar nichts vorhergesagt“, meinte Hannes Peckolt, „aber besser so als umgekehrt.“ Die Brise entpuppte sich als sehr böig mit einigen Drehern und gereichte dem Gewässer als ausgesprochen anspruchsvolles Regattarevier. Zur ersten Eingewöhnung sei das allemal schöner als gleich mit der befürchteten Warterei zu beginnen. „Die Schwachwindtage kommen mit dem Sommer noch früh genug.“

 

Noch eine frohe Botschaft hatte das 49er-Team: Der Baufortschritt in Qingdao liege bei 90 Prozent. Der Olympiahafen und die als Olympisches Dorf dienenden Hotels seien bereits fertiggestellt. Nur in der direkten Umgebung werde noch an ein paar weiteren Hotelanlagen gewerkelt. Vor der nächsten Trainingssession mit ihren US-Sparringspartnern am 7. Juni haben die Peckolts eine Pause eingelegt, die Jan im nahe gelegenen Laoshan Gebirge und Hannes mit Freundin in der Hauptstadt Peking verbringt.

 

Erkundungstour in Richtung Olympiahafen - dieser ist momentan noch gesperrt


Der 2 km entfernte Trainingshafen - hier kommen täglich weitere Nationen mit ihren Containern an

Mentale Vorbereitung im deutschen Container


Slippen auf der provisorischen Holzrampe

 

Beim Training gibt es dann solche Tage...

 

...und solche.


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