Positive Kieler Woche-Bilanz nach Pech im Medalrace
29.06.2008

KIEL. Ein wenig erschöpft, aber unterm Strich mit einer zufriedenen Bilanz beendeten Jan und Hannes Peckolt am Sonntag (29. Juni) die Kieler Woche. Bei der letzten großen Regatta vor den Olympischen Spielen im August wurden die Brüder vom T-Systems Team 2008 Neunte der 49er-Klasse. Nach einer Woche Pause geht die Vorbereitung in der darauffolgenden Woche nach der offiziellen Einkleidung am Montag (7. Juli) in Mainz mit einem zweiten Training in der Olympiastadt Qingdao/China weiter.

„Der letzte Wettkampftest war noch einmal wichtig für uns“, resümierte der Kieler Vorschoter, „wir haben in einem stark besetzten Felds auch im Hinblick auf die Spiele noch einiges gelernt.“ Es fehlten nur zwei der hoch einzuschätzenden Olympiateilnehmer. Obwohl fast die gesamte Kieler Woche mittlere bis starke Winde herrschten, die es voraussichtlich in Qingdao nicht geben wird, seien die Erkenntnisse wertvoll gewesen. Schließlich könne niemand ausschließen, dass auch das Gelbe Meer mal in den Einfluss eines Hurrikans komme, was die typische Flaute beiseite blasen könnte.

 

Nach wechselhaften Einzelergebnissen waren die Peckolts zunächst souverän in die Goldflotte der 49er eingezogen und hatten dann auch am vorletzten Tag den Cut für das Medaillenrennen (Medalrace) der besten Zehn geschafft. „Das ist keineswegs selbstverständlich, denn etliche Topteams haben das in Kiel nicht gepackt“, so der Hamburger Steuermann, „aber wir waren diese Saison überall im Finale dabei.“ Damit bewies das Duo, das lange Zeit Weltranglistenerster war, einmal mehr seine Konstanz.

 

Im Medalrace lag das Team sogar auf Kurs für einen Spitzenplatz, als der launisch drehende Wind vor Kiel-Schilksee das Feld während der kurzen Wettfahrt gehörig durcheinander würfelte. „Wir waren Dritte, als die Letzten und Vorletzten auf der rechten Seite in die letzte Ecke fast bis an Land segelten und durch eine unvorhersehbare Winddrehung vorbeizogen“, erklärte Hannes Peckolt. Obwohl die Bootsgeschwindigkeit erneut gestimmt habe, waren sie dagegen machtlos. Dass dann ausgerechnet auch noch „die Falschen vorne lagen“; kostete die Olympioniken in der Gesamtwertung noch zwei Plätze. Sie fielen von siebten auf den neunten Rang zurück.

 

Nachdem Jan und Hannes Peckolt vor der Kieler Woche fast drei Wochen zu einem kraftraubenden Training in Qingdao waren, ist nun erst einmal Auftanken angesagt. „Energiemanagement“ nennt ihr Trainer Rigo de Nijs das, „die Jungs sind erstmal platt, die brauchen Ruhe.“ Ob es ohne Laptop und Handy auf eine einsame Insel geht, verrieten die Brüder indes (besser) nicht. Nach 16 Wettfahrten und mindestens ebenso vielen Interviews mit bundesweit angereisten Medienvertretern hatten sie sich die Auszeit jedenfalls redlich verdient.

 

Endergebnis der Kieler Woche 2008

 

1. Iker Martinez/Xabier Fernandez (Spanien) 57 Punkte

2. Peter und Søren Hansen (Dänemark) 87

3. Jonas Warrer/Martin Kirketerp (Dänemark) 104

4. Rodion Luka/George Leonchuk (Ukraine) 107

5. Pink John/Rick Peacock (Großbritannien) 116

6. Stevie Morrison/Ben Rhodes (Großbritannien) 118

7. Pietro und Gianfranca Sibello (Italien) 123

8. Jonas Lindberg/Kalle Torlén (Schweden) 124,83

9. Jan und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) 128

10. Guiseppe Angilella/Pietro Zucchetti (Italien) 142

 

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